Differenzialdiagnose venöser Ulzera
Bei bestimmten Erkrankungen treten Wunden auf, die ein ähnliches Erscheinungsbild haben wie venöse Ulzera. Diese anderen Erkrankungen dürfen auf gar keinen Fall mit venösen Ulzera verwechselt werden, weil die für eine Erkrankung geeignete Behandlung bei einer anderen kontraindiziert sein kann.
Die häufigsten Erkrankungen, die für chronische Wunden am Bein verantwortlich sind, sind folgende:
CVI
Derzeit sieht man immer mehr gemischte Ulzera mit überwiegend arterieller Komponente. Dies ist durch die Überalterung der von venösen Unterschenkelgeschwüren betroffenen Bevölkerung zu erklären, da diese Patienten gleichzeitig auch für arterielle Erkrankungen anfälliger sind. Um die vorherrschende Genese eines gemischten Ulkus zu bestimmen und/oder sich zu vergewissern, dass keine arterielle Erkrankung vorliegt, wird der systolische Druckindex (ABI) gemessen.
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Gemischtes Ulkus überwiegend arterieller Genese
Der systolische Druckindex (ankle-brachial pressure index: ABI) oder Knöchel-Arm-Index ist wie folgt definiert:
d.h.:
Diese Messung, die ambulant sehr einfach mit einem kontinuierlichen Doppler oder einem Echodoppler durchgeführt werden kann, ist wesentlich, weil sie sich am besten dazu eignet, zu erkennen, ob ein Patient eine arterielle Insuffizienz hat oder nicht.
- Beim Gesunden beträgt der ABI 1,1.
- Wenn der ABI zwischen 0,9 und 1,3liegt, besteht keine Arterienerkrankung. Falls ein Ulkus besteht, ist es rein venöser Genese.
- Wenn der ABI zwischen 0,7 und 0,9liegt, liegt eine arterielle Begleitkrankheit vor, das Ulkus ist jedoch überwiegend venös bedingt.
- Wenn der ABI unter 0,7 liegt, überwiegt die arterielle Genese.
- Bei einem ABI über 1,3 ist die Messung nicht aussagefähig, weil dies darauf hinweist, dass die Arterien nicht komprimierbar sind (Mediasklerose).
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Im Gegensatz zum venösen Ulkus ist das arterielle Ulkus meist wie „aufgehängt“ und eher an der Außenseite des Beins oder auf dem Fußrücken lokalisiert. Seine Ränder sind glatt, die Wunde ist ausgehöhlt, kaum exsudierend und der Ulkusgrund erscheint weißlich. Arterielle Ulzera kommen häufig multipel vor.
Um die Genese eines Ulkus (arteriell oder venös) festzustellen, muss eine Doppelerechographie durchgeführt und der Knöchel-Arm-Index (systolischer Druckindex [ABI]) gemessen werden.
Der derzeit immer häufiger zu beobachtende Ulkustyp ist das Ulkus gemischter Genese. Dies ist durch die Überalterung der Bevölkerung bedingt und dadurch, dass Ulzera in immer höheren Altersgruppen auftreten.
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Ulkus rein arterieller Genese
Störungen der Mikrozirkulation und diabetische Mikroangiopathie
Nekrotisierende Angiodermitis
Neuropathische Genese
Pyoderma gangraenosum
Pyoderma gangrenosum
Und schließlich muss besonders auf chronische Ulzerationen geachtet werden, die durch maligne Erkrankungen, wie Basalzellkarzinom oder Plattenepithelkarzinom hervorgerufen werden, oder bei denen es sich um sehr seltene Hautmetastasen handelt, wie sie bei systemischen Karzinosen beobachtet werden.