Wichtigste Kontraindikationen gegen eine Kompressionstherapie

Eine Kompressionstherapie ist absolut kontraindiziert bei schweren obliterierenden Arteriopathien der unteren Extremitäten, wenn der mit Doppler gemessene distale arterielle systolische Index (Knöchel-Arm-Druck-Index, ABI) unter 0,6 liegt. Bei einem ABI <0,8 ist eine Kompression mit hohem Druck kontraindiziert.
 
Weitere wichtige Kontraindikationen gegen eine venöse Kompressionsbehandlung bestehen bei Patienten mit:
  • kardiogenen Ödemen aufgrund einer Herzinsuffizienz
  • periphere arterielle Verschlusskrankheit, pAVK
    Die Verordnung einer Kompressionstherapie kann in diesen Fällen nach einer fachärztlichen Konsultation, nach adäquater Behandlung der Ursachen der Grunderkrankung, unter engmaschiger ärztlicher Überwachung und mit geringeren Druckwerten erfolgen.

     

  • schweren Hautinfektionen (wie z. B. Pyodermie)
  • Allergien gegen Textilien, insbesondere bei einer bekannten Allergie gegen Naturkautschuklatex (bei kohäsiven Binden aus Naturkautschuklatex), bei einer bekannten Allergie gegen Klebstoffe usw.

Auf jeden Fall muss bei jedem Ödem oder Ulkus unbedingt eine differenzialdiagnostische Abklärung erfolgen, um eine andere Genese als eine venöse oder lymphatische auszuschließen.